Veronika

Pflegefall nach furchtbarer Tragödie: Eine Familie im Ausnahmezustand

Veronika muss das Leben neu lernen – noch vor ihrem 3. Geburtstag

Es sollte ein schöner Sommerausflug für die ganze Familie werden: Im August 2021 besucht die zweijährige Veronika mit ihren Eltern und den drei älteren Geschwistern das Technik-Museum Sinsheim. Auf einen folgenschweren Moment im Außenbereich des Museums folgt ein unfassbarer Schock für die ganze Familie. Veronika ist in einen Teich gestürzt, aus dem sie von ihrem Vater leblos geborgen wurde. Nach 20 Minuten vergeblicher Reanimationsversuche setzte Veronikas Herzschlag doch endlich wieder ein – viele andere Körperfunktionen und Fähigkeiten seitdem hingegen nicht! Nach künstlichem Koma und vielen Reha-Maßnahmen ist die bald Dreijährige immer noch weit entfernt von einem körperlichen und geistigen „Normalzustand“ – und ihre Familie damit genauso weit von einem stabilen Alltag.

Veronika war am 11. August 2021 praktisch bereits ertrunken. Nach dem Familienbesuch in der Technikausstellung hielten sich Veronika, ihre Mutter, ihr Vater und ihre drei Geschwister im Alter von 4, 7 und 9 Jahren im Außenbereich des Museums auf. Sie genossen dort noch die gemeinsame Zeit auf einem Spielplatz, als Veronika beim Zusammenpacken plötzlich nicht mehr zu sehen war. Die Familie geriet in Sorge, und diese Sorge erwies sich als berechtigt. Denn was dem zweijährigen Mädchen aus Bad Rappenau an diesem Tag widerfuhr, kann man als großes Glück in einem furchtbaren und folgenschweren Unglück bezeichnen.

20 Minuten Reanimation, bis das kleine Herz wieder zu schlagen begann

Veronika war nur wenige Meter vom Aufenthaltsort der Familie in einen kleinen Teich gefallen. Mit 50 Zentimetern tief genug, um dem jungen Mädchen auf sich allein gestellt keine Chance zu lassen. Als ihr Vater sie erblickte, trieb sie bereits leblos im Wasser. Nachdem er sie mit der Hilfe eines weiteren anwesenden Mannes aus dem Wasser ziehen konnte, versuchten zunächst Veronikas Eltern, sie zu reanimieren. Wenig später trafen die Rettungskräfte ein und nach insgesamt 20 Minuten Reanimationsmaßnahmen gab der Körper des Mädchens endlich die erlösende „Antwort“. Veronikas Herzschlag setzte wieder ein!

Unverzüglich wurde die junge Patientin intubiert und beatmet in die Kinderklinik Heilbronn gebracht und dort ins künstliche Koma versetzt. Insgesamt 20 verschiedene Arzneimittel waren nötig, um Veronikas Zustand annähernd stabil zu halten. Anschließend entwickelte sich bei ihr eine schwere Lungenentzündung. Nachdem die junge Patientin aus dem künstlichen Koma geweckt wurde, zeigten sich schnell die Folgen der Grenzsituation. Sitzen, laufen, reden, schlucken, Dinge greifen oder den eigenen Kopf halten – all das kann Veronika in ihrem derzeitigen Zustand nicht und muss von ihr von Grund auf neu erlernt werden. Der tragische Unfall sorgte für großes Aufsehen, auch die Medien haben über Veronikas Unglück berichtet.

Kleine Schritte zurück zu dem Mädchen, das sie einmal war

Seit September befindet sich Veronika in einer Reha-Klinik in Schömberg. Mit sehr vielen Therapien in den Bereichen Physio, Ergo und Logopädie geht das junge Mädchen in mühevoller Arbeit auf ihren dritten Geburtstag zu. Neben den körperlichen Folgen, wie etwa dem geschädigten Thalamus als wichtiger Teil des Gehirns, sind es traumatische Schäden, mit denen Veronika kämpft. So kann sie bspw. kein Wasser mehr schlucken aufgrund der Erfahrung des Ertrinkens.

Ihre Eltern beschreiben ihre jüngste Tochter als ein sehr liebevolles Kind, das es besonders geliebt hat, etwas vorgelesen zu bekommen und Geschichten zu hören. Vor dem Unfall habe sie sich sehr gut entwickelt – Erinnerungen, die der Familie einerseits Kraft und Hoffnung spenden, andererseits aber auch schmerzlich schwer auf der Seele liegen. Derzeit wird ihre Tochter und Schwester künstlich über eine Bauchsonde ernährt, hat Orthesen (Schienen) an den Beinen und mit massiven Spastiken zu kämpfen. Außerdem ist ihr Immunsystem sehr labil. Ein positiver Lichtblick in all dem Unglück liegt in der Tatsache, dass Veronika nicht unter Krampfanfällen leidet, die nach Aussage der Ärzte bei Ertrinkungsunfällen mit Kreislaufstillstand sonst sehr häufig auftreten.

Was auf der jüngsten Tochter lastet, kann auch die ganze Familie nicht stemmen

Weihnachten 2021: Das sonst familiäre, friedliche und festliche Symbol der Liebe und Harmonie war für Veronikas Familie eine besonders traurige und bedrückende Zeit. Ihre Mutter verbrachte die gesamte Zeit bei ihrer Jüngsten in der Klinik. Veronikas Geschwister vermissten Ihre Mutter dabei sehr, was im Alter von gerade einmal 4, 7 und 9 Jahren mehr als nachvollziehbar ist. Bis in den Januar 2022 verbringt die Mutter jeden Moment, Tag und Nacht bei Veronika im Krankenhaus. Neben der unfassbaren emotionalen Belastung treten auch finanzielle Nöte auf: Die Krankenkasse trägt die Kosten für die Unterbringung nur über vier Wochen.

Veronikas Vater hält daheim für die drei Geschwisterkinder die Stellung und den „Alltag“ aufrecht, bringt sie jeden Tag in die Grundschule und in den Kindergarten. Durch die Situation kann der vierfache Papa pro Tag nur noch sehr eingeschränkt arbeiten, wodurch der Familie monatlich rund 1.000 € netto fehlen. Die Lebenshaltungskosten laufen dabei unverändert weiter: neben der Tilgung eines Autokredits wohnt die Familie zur Miete in einer Wohnung, die aufgrund von Eigenbedarf zum Sommer 2022 gekündigt wurde. Die derzeitigen und künftigen Kosten sowie der Aufwand können von der stark belasteten Familie selbst nicht mehr aufgebracht werden.

Wenn eine Last nachlässt, kann die andere gestärkt getragen werden

Die emotionale Belastung in der Familie und Veronikas Folgen ihres Unglücks kann von außen niemand schmälern. Doch durch finanzielle Unterstützung können hilfsbereite Menschen der in Not geratenen Familie ein Stück weit den Rücken freihalten. Veronika braucht jetzt alle Kraft und Aufmerksamkeit ihrer Familie sowie ein hohes Maß an intensiver Pflege. Doch auch die Wohnsituation muss geklärt sein, das Leben der drei anderen kleinen Kinder muss geregelt weitergehen und die volle Konzentration auf das wirkliche Wesentliche muss ihren Raum finden können.

Hilfsbereite Menschen, die das Schicksal von Veronika bewegt und die etwas Rückenwind in die nahe Zukunft der Familie aus Bad Rappenau bringen möchten, können hier spenden!

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